„Bei uns hört eine Story nicht mit dem Publizieren auf – sie fängt gerade erst an“

MHS Digital sitzt an der Schnittstelle zwischen klassischem Verlagsgeschäft und digitalen Innovationen für die Zukunft – quasi als „Entwicklungslabor“ und Digitaldienstleister für gleich mehrere Lokalmedien der Medienholding Süd. Hinzu kommen auch noch eigene vertikale Portale wie „MeinVfB“ oder „Mahlzeit.city“. Ein schwieriger Spagat? Geschäftsführer Alexander Kratzer, 45, gibt Auskunft.

 

Herr Kratzer, worauf freuen Sie sich morgens auf dem Weg zum Büro am meisten?

Ganz ehrlich: Ich lasse mich jeden Tag neu überraschen! Das schätze ich tatsächlich: Im Grunde war bislang keiner meiner Tage in diesem Unternehmen wie der andere. Ich muss mich immer auf was Neues einlassen.

Was macht denn die Tätigkeiten der MHS Digital so dynamisch?

Wir sind ein Antreiber für digitale Evolution und haben da so eine Art Sonderrolle. Denn es gilt ja herauszufinden: Welche Abläufe und Prozesse funktionieren in der neuen digitalen Medienwelt? Wie schaffen wir da einen integrierten Prozess, den wir auf alle abbilden können? Da haben wir quasi eine didaktische Aufgabe.

Wie fühlt sich das dann an als schnelles, digitales „Beiboot“ zwischen all den „Print-Dickschiffen“?

Sehr gut! Wir lassen ja allen Mitarbeitern den Freiraum, den sie brauchen – ich muss den Kollegen vor Ort nicht erzählen, wie man Lokaljournalismus macht oder diesen erfolgreich verkauft. Auf der anderen Seite haben wir in Stuttgart eine komplette Redaktion, die plattformunabhängig arbeitet und in der MHS Digital nochmals über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die „Digital First“-Produkte, etwa für unsere zusätzlichen Portale. Und für all diese Produkte müssen wir natürlich auch Erlösformen entwickeln.

Wie gelingt es überhaupt, im Internet relevant beim Leser und beim Kunden zu bleiben?

Das ist ein Mix aus unterschiedlichen Ansätzen: wir sehen uns die Entwicklung im AdTech ebenso genau an und investieren, wie auch vermeintliche klassische Vertriebsmodelle. Bei letzterem arbeiten wir mit einem interdisziplinären Team, das sich unsere Leserströme sehr genau ansieht und clustert. Gerade digital sozialisierte Zielgruppen muss man ganz anders erreichen – hier reflektieren wir ständig die nötige Frequenz, Tonalität und Relevanz von Content. Und der wichtigste „Twist“ ist ja: Im Printgeschäft hört die Geschichte üblicherweise mit dem Publizieren auf, bei uns fängt sie dann erst an!

Auf was sollten sich Bewerber also einrichten, wenn sie bei MHS Digital beginnen wollen?

Vor allem sollten sie sich auf eine Reise einrichten, auf der wir für die gesamte Unternehmensgruppe neue Service- und Long-Tail-Produkte entwickeln wollen. Da ist jeder willkommen, der diese Reise mitmachen will – und den Journalismus dabei weiterentwickeln möchte.

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